2025 - W.04 am 14.07.2025 - Zwangsaufenthalt Nr. 2

14.07.2025 - Montag: nur Cuxhaven

Das Wet­ter am Mor­gen: teil­wei­se bewölkt, 17°, Wind NNW2-3, Baro 1008

O-Ton Wolf­gang, wie immer kur­siv:

Pro­bie­re am Vor­mit­tag den Motor aus. Springt nor­mal an. Nach einer Lauf­zeit von ca. 1 Std., Temp. kurz vor 80°, bei der auch die Lima-Ladung nor­mal ablief, zie­he ich das Star­ter­re­lais aus dem Ste­cker. Der Motor läuft nor­mal wei­ter, auch die Lima-Ladung läuft wei­ter. Mache den Motor noch­mal aus, und ver­su­che zu star­ten, Zün­dung an, Motor star­tet nicht. Dann ste­cke ich das Star­ter­re­lais wie­der ein und der Motor springt an.

Nach dem Motor jus­tie­re ich die neu an der Saling ange­brach­ten Siche­rungs­lei­nen noch­mal neu. Hof­fe, sie pas­sen jetzt bes­ser.


Ein Ame­ri­ka­ner nicht nur in Paris, son­dern auch in Cux­ha­ven
Die Lily Jean aus New Hamp­shire.

2 Wochen spä­ter sah ich auf Mari­ne Traf­fic, dass das Boot wie­der in New Hamp­shire war.

Heu­te haben wir erst­ma­lig in Cux­ha­ven Wäsche gewa­schen, die Maschi­nen kos­ten jeweils 3,50 €. Man soll­te jedoch die End­zeit beach­ten, wenn man dar­über hin­aus zu spät kommt, muss man noch­mals löh­nen, denn dann ist die Türe wie­der ver­rie­gelt.

15.07.2025 - Dienstag: nur Cuxhaven

Das Wet­ter am Mor­gen: voll bewölkt, 18°, Wind SW2-3, Baro 1011

Erfolgs­mel­dung: Der Regen hört gegen 13:00h auf und es bleibt den gan­zen Nach­mit­tag tro­cken aber auch grau.

Ein­mal kon­zen­trier­tes Nach­den­ken  

Kabel­trom­meln wer­den auf­ge­la­den. Das ist unser Nach­mit­tags­pro­gramm

16.07.2025 - Mittwoch: nur Cuxhaven

Das Wet­ter am Mor­gen: voll bewölkt, Regen, 15°, Wind SW2-3, Baro 1008

Da mor­gen die Motor­leu­te kom­men, räumt Wolf­gang die Backskis­ten soweit leer, dass man von allen Sei­ten gut an den Motor kann.

Die “Seven Seas Navi­ga­tor” fährt vor­bei, lei­der liegt halt immer ein Seg­ler davor.
Sie ist das kleins­te Schiff der Ree­de­rei “Regent Seven Seas Crui­ses”. 170 m x knapp 22 m und hat Platz für max. 490 Pas­sa­gie­re. Eine Kreuz­fahrt von Oslo nach Bar­ce­lo­na bekommt man schon für schlap­pe 16.000 € im Ange­bot.

Am Nach­mit­tag machen wir bei Son­nen­schein einen klei­nen Spa­zier­gang auf die See­bä­der­brü­cke, um den Schiffs­ver­kehr auf der Elbe mal von oben betrach­ten zu kön­nen.

Die “Nor­dic” hat an der Pier vor der Mari­na fest­ge­macht:

Die Nor­dic ist der leis­tungs­fä­higs­te Not­schlep­per in Deutsch­land. Ihr Hei­mat­ha­fen ist Cux­ha­ven, das Ein­satz­ge­biet die Nord­see. Sie wur­de 2010 gebaut und wird vom Bund gechar­tert.

Sie war u.a. bei dem Brand des Auto­frach­ters “Fre­mant­le High­way” betei­ligt.

Auf­grund von wohl Ver­stän­di­gungs­pro­ble­men und eini­gen gra­vie­ren­den Unstim­mig­kei­ten sei­tens der “GLORY AMSTERDAM” konn­te die Nor­dic nicht hel­fen. Jedoch wur­de dar­auf­hin die Nor­dic mit den deut­schen Far­ben gekenn­zeich­net, um in Zukunft zu ver­hin­dern, dass sie als pri­va­ter Schlep­per ange­se­hen wur­de.

Dann muss­ten wir doch noch eine Hall­berg Ras­sy 57 wenigs­tens von oben bewun­dern.

Die Ton­nen mal von oben

Abends gab es dann einen Auf­lauf aus dem Omnia

17.07.2025 - Donnerstag - unsere Route heute: nur Cuxhaven

Das Wet­ter am Mor­gen: voll bewölkt, 17°, Wind W4, Baro 1009

Heu­te ist der Tag des Motors. Die Fir­ma, bei der wir den Motor erwor­ben haben, kommt nun heu­te nach Cux­ha­ven. Der Chef ist höchst­per­sön­lich dabei, da er sich kei­nen Reim auf die Pro­ble­me machen kann, zumal wir vor 2 Mona­ten eine Repa­ra­tur des­sel­ben Pro­blems hat­ten. Damals sei es das Star­ter­re­lais gewe­sen, wel­ches dann auch aus­ge­tauscht wur­de. Die Fir­ma ver­mu­te­te zunächst, dass unser B2B-Gerät falsch ange­schlos­sen wor­den sei. Dies dies nicht der Fall ist und auch nicht sein kann, ist sofort klar: Der Motor star­tet ja auch und läuft. Mal will er nicht, mal kann er nicht, und mal ist er auch ganz brav und tut, was er soll. Denn im ver­gan­ge­nen Jahr waren wir ja in Kopen­ha­gen mit fast 100 Betriebs­stun­den des Motors.

Letzt­lich fand der Mecha­ni­ker nach eini­gem Suchen den Feh­ler: Im ori­gi­na­len Kabel­baum von der Licht­ma­schi­ne zum Plus­pol des Anlas­sers waren die Kabel an der Anlas­ser­sei­te kor­ro­diert und teil­wei­se gebro­chen, bzw. ange­bro­chen und ange­ko­kelt.

Grund für den Kabel­bruch und den dar­aus ent­stan­de­nen Hit­ze­pro­ble­men war offen­sicht­lich eine unsach­ge­mä­ße Ver­cr­im­pung im Ori­gi­nal­ka­bel­baums des Motors von der Licht­ma­schi­ne zum Anlas­ser. (sie­he Bil­der)

Die Fir­ma hat dort die Kabel an den Bruch­stel­len gekürzt und neu ange­schlos­sen.

Das o.g. Kabel von der Lima zum Anlas­ser wur­de jetzt ledig­lich mit einer Was­ser­pum­pen­zan­ge gecrimpt mit der Zusa­ge, man kön­ne so bis zur Win­ter­pau­se fah­ren.

Am Nach­mit­tag sit­ze ich im Cock­pit mit ange­zo­ge­nen Bei­nen auf der Bank und schla­fe ein. Dabei ist mein lin­kes Bein im Däm­mer­schlaf ein paar Mal zur Sei­te weg­ge­knickt, das hat der Zer­rung ganz und gar nicht gut­ge­tan. Gott­lob haben wir viel gute Schmerz­ta­blet­ten an Bord.

18.07.2025 - Freitag - unsere Route heute: nur Cuxhaven

Das Wet­ter am Mor­gen: teil­wei­se bewölkt, 18°, Wind NW2, Baro 1012

Ein­zi­ges High­light am Tage: Mein lie­ber Mann hat beim Ein­kau­fen 6 Tüten Käse­flips ent­deckt und sich natür­lich ein­ge­deckt. Seit einem Jahr ist er von die­ser Sor­te sehr ange­tan, gemischt mit nor­ma­len Erd­nuss­flips und Hot Chi­li Chips.

Das hat mir gefal­len, eine Fah­ne auch am Schlauch­boot.

19.07.2025 - Samstag - unsere Route heute: nur Cuxhaven

Das Wet­ter am Mor­gen: voll bewölkt, leich­ter Nebel 17°, Wind E2, Baro 1011

Ein beson­de­rer Ein­trag im Log­buch: Die Son­ne kommt her­aus.

Es ist Boots­putz ange­sagt:

Dann tes­tet er das Schlauch­boot und dreht ein paar Run­den. Dabei macht sich die Strö­mung im Hafen beson­ders bemerk­bar.

Hier kann man ein wenig erah­nen, wo unse­re Lady hin­ter der klei­ne roten Boje mit den Stei­nen Kon­takt hat­te

Da liegt sie nun schon seit gerau­mer Zeit am sel­ben Fleck und war­tet dar­auf, dass sie end­lich wie­der wei­ter kann.

Die Camar­que aus Hol­land
nur 2 Per­so­nen an Bord und kein Bug­stahl­ru­der, alle Ach­tung

Eines der größ­ten Con­tai­ner­schif­fe der Welt fährt am beschau­li­chen Cux­ha­ven vor­bei.
Es ist ca. 400m lang und kann knapp 24.000 Con­tai­ner in Stan­dard­grö­ße trans­por­tie­ren.

Wolf­gang hat­te noch ein sehr net­tes Gespräch mit unse­rem Boots­nach­bar. Er kommt aus Wies­ba­den, war allei­ne unter­wegs mit sei­ner HR und hat ein stol­zes Alter von 82 Jah­ren. Respekt, Respekt!

Gegen Abend, na was kommt denn da ange­fah­ren und will doch tat­säch­lich vor der Mari­na anle­gen?

Ja, es ist tat­säch­lich die “Cap San Die­go”, die wir aus Ham­burg ken­nen.

Sie blieb über Nacht dort lie­gen und fuhr am nächs­ten Tag mit neu­en Gäs­ten nach Ham­burg zurück.

20.07.2025 - Sonntag - unsere Route heute: nur Cuxhaven

Das Wet­ter am Mor­gen: über­wie­gend bewölkt, leich­ter Nebel 17°, Wind E2, Baro 1011

Heu­te pas­siert nicht unbe­dingt viel, außer dass wir das Schiff für die kur­ze Fahrt in den Nach­bar­ha­fen vor­be­rei­ten, da mor­gen gekrant wer­den soll. Die Ver­si­che­rung hat dies ver­langt, um fest­zu­stel­len, ob bei der Grund­be­rüh­rung Schä­den ent­stan­den sind.

Wir beob­ach­ten noch die Abfahrt der “Cap San Die­go” am frü­hen Nach­mit­tag. Lei­der fällt mir im Moment das Lau­fen so schwer, sodass ich auf einen Gang dort­hin zur Brü­cke ver­zich­tet habe.

Gegen 22:00h gibt sich die “AIDA Sol” die Ehre und fährt majes­tä­tisch vor­bei

und wir genie­ßen den Abend im Cock­pit und hof­fen dar­auf, dass sich das schö­ne Wet­ter nun ein wenig hält.

Das war nun unse­re 4. Woche. Weit sind wir nicht gekom­men, von Hook­siel zu einem unfrei­wil­li­gen lan­gen Auf­ent­halt in Cux­ha­ven bei mäßi­gem bis schlech­tem und kal­tem Wet­ter. Einen Som­mer kann man das beim bes­ten Wil­len nicht nen­nen, wo die Pro­gno­sen der Tages­schau doch den hei­ßes­ten Som­mer seit Beginn der Wet­ter­auf­zeich­nun­gen vor­aus­sag­ten. In West­eu­ro­pa soll es der wärms­te Juni gewe­sen sein. Anfang Juni woll­te ich daheim die Hei­zung auf­dre­hen, weil wir in der Woh­nung nur 18° hat­ten.

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