Auf der Suche nach einem neuen alten Schiff für uns

Der Werdegang vom Gedanken bis zum Eigentum

Seit­dem wir im Herbst 2010 den Ent­schluss gefasst haben, unse­re Hal­cyon 23 zu ver­kau­fen, machen wir uns auch auf die Suche nach einem neu­en Schiff. Die­ses soll uns die nächs­ten Jah­re auf grö­ße­ren Törns sicher durch die Mee­re füh­ren.

Wir suchen ein Schiff so aus den Jah­ren 1975 – 1985, ca. 30 – 34 Fuß. Es muss abso­lut schwer­wet­ter­ge­eig­net und ein­hand­taug­lich sein. Auch soll­te es kein „Wohn­wa­gen auf dem Was­ser“ sein – schif­fig eben, wie sie in den frü­hen Jah­ren gebaut wur­den. Das wol­len wir.

Die Mar­ken ver­än­der­ten sich im Lauf der Zeit unse­rer Suche, am Anfang stan­den alte Dufours zur Debat­te, aber nach den ers­ten zwei Boots­be­sich­ti­gun­gen nicht wirk­lich lang.

Die Con­test und zwar die 32cs ist nun einer der Wunsch­kan­di­da­ten. Es wur­den nur 102 Stück davon gebaut, umso erstaun­li­cher ist, dass wir eini­ge davon zu Gesicht beka­men.

Dann kam die Fellowship33 dazu, bei der ers­ten war ich von der Ein­tei­lung nicht wirk­lich begeis­tert. Die Ach­ter­ko­je nur vom Cock­pit begeh­bar, und die Pan­try gegen­über der Sitz­ecke im Salon. So etwas geht ja gar nicht :-))


Inzwi­schen ist Mai 2011 und wir schau­en uns nach wei­te­ren Model­len um, z.B. eine Najad34, Malö40, HR, Ras­mus oder Mon­sun, Optima98 oder ähn­li­che.

Nun ist es Mit­te Juni und vie­le Schiffs­ty­pen sind durchs Ras­ter gefal­len. Irgend­et­was stimm­te immer nicht. Auch mein Traum von einem Segel­schiff, einer Najad34. Lei­der lei­der - sie hat zu viel Tief­gang.

Übrig geblie­ben ist eigent­lich nur noch eine - die Malö40. Las­sen wir uns über­ra­schen, ob es auch dabei bleibt.

Wolf­gang hat natür­lich bei der Suche den Löwen­an­teil, wie kann es auch anders sein, denn wie steht so schön in mei­ner Signa­tur im Segel­fo­rum: „Ich bin nur Gast hier und habe vom Segeln kei­ne Ahnung, davon aber viel“

Ich füh­le mich mehr für das Wohl­füh­len unter Deck ver­ant­wort­lich und muss bei einer Schiffs­be­sich­ti­gung eigent­lich nur mit dem Kopf nicken und damit aus­drü­cken:

Ja, hier kann ich mir vor­stel­len, dass wir uns wohl­füh­len.

Der lie­be Mann hat dafür alles ande­re im Kopf. Aber wir bei­de wol­len ja ein Schiff, das unse­rer bei­den Anfor­de­run­gen ent­spricht. Dafür hel­fe ich mit vie­len Fotos von den Boo­ten, die wir besich­ti­gen. Dadurch kön­nen wir dann, wie­der daheim, alles noch ein­mal Revue pas­sie­ren las­sen und bes­ser ver­glei­chen. Das hat uns schon
oft­mals gute Diens­te geleis­tet.

So wer­den wir hof­fent­lich irgend­wann in nächs­ter Zeit sagen kön­nen:

Wir haben unser Schiff gefun­den!         aber alles schön der Rei­he nach …


Unsere 1. Tour am 01. November 2010 nach Enkhuizen, Medemblik und Lelystad

In Enkhui­zen waren 2 Dufours zu sehen, 29 und 31 Fuß. Bei bei­den Schif­fen hielt sich mei­ne Begeis­te­rung sehr in Gren­zen. Bei­de Schif­fe lagen wohl schon Mona­te, wenn nicht Jah­re am Steg und hiel­ten einen regel­rech­ten Dorn­rös­chen­schlaf. So sahen sie auch aus. Ein miss­mu­ti­ger Mak­ler half uns auch nicht viel wei­ter. Man hat­te fast den Ein­druck, man müs­se sich ent­schul­di­gen, dass wir ihn stör­ten und die bei­den Schif­fe besich­ti­gen woll­ten.


Das 1. Schiff auf unserer Suche - eine Dufour29 von 1977

Dufour29 von 1979

Bei die­sem Schiff hat­te ich arge Pro­ble­me, mich über­haupt sicher auf dem Deck zu bewe­gen. Es kam mir an den Sei­ten sehr schräg vor.
Inner­lich hat­te ich die­ses Schiff schon abge­hakt. Als dann im Innen­be­reich die Far­be ROT über­wie­gend war, wur­de der Haken immer grö­ßer.

Auch eine selt­sa­me Unord­nung, um nicht zu sagen, Gerüm­pel, war über den gesam­ten inne­ren Bereich ver­teilt.
Man konn­te nur stei­gen. Unglaub­lich, wie man­che Men­schen glau­ben, ihr Schiff ver­kau­fen zu kön­nen.

Das 2. Schiff auf unserer Suche - eine Dufour31von 1976

Dufour31 von 1976

Nur einen Steg wei­ter lag sie. Auch hier war der Ein­druck nur schreck­lich.
Ein roter Rumpf - völ­lig matt und aus­geb­li­chen - trug das Sei­ni­ge dazu bei. Die völ­lig zer­ris­se­ne Spray­hood setz­te schon Moos an. Nein, so etwas suchen wir nicht wirk­lich.

Also ging es direkt wei­ter nach Medem­blick.

Das 3. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 31HT von 1974

Contest31 HT von 1974

Eine Con­test 31 HT stand auf dem Plan. Sie lag nicht im Was­ser und wur­de direkt von einer Werft ange­bo­ten.
Das war schon ein rie­sen­gro­ßer Unter­schied zu den bei­den vor­he­ri­gen Schif­fen. Lei­der auch der Preis, der aber voll­ends gerecht­fer­tigt war.
Ins­ge­samt kam aber auch hier kein rich­tig gutes Bauch­ge­fühl auf.

Also wei­ter an die­sem Tag zum Hafen nach Lelystad

Das 4. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 32 CS von 1979

Con­test 32 CS von 1979

Die ver­grö­ßert ein­ge­bau­te fes­te Schei­be mit dem “fes­ten Deckel” oben drauf wirk­te doch sehr gewöh­nungs­be­dürf­tig. Außer­dem war das Teak­deck ziem­lich fer­tig.
Auch die­ses Schiff kam für uns nicht in Fra­ge, da der Preis plus die not­wen­di­gen Arbei­ten fern­ab jeg­li­cher Rela­ti­on lag.

Das 5. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 34 von 1977

Con­test 34 von 1977

Die­ses Schiff lag gleich neben­an. Hier hat­te ich erheb­li­che Pro­ble­me, mit mei­nen kur­zen Bei­nen über­haupt ins Inne­re zu kom­men, also waren alle wei­te­ren Gedan­ken uner­heb­lich.

Den Abschluss an die­sem Tag bil­de­te ein kur­zer Blick auf eine WIBO 945. Die­ses Schiff war so schreck­lich “ver­bas­telt”, dass ich lie­ber kein Foto davon ein­stel­le.

Das war also unser 1. Tages­aus­flug nach Hol­land. Inner­lich hat­te ich auf der Heim­fahrt schon alles abge­hakt. Ich konn­te mir nicht wirk­lich vor­stel­len, dass wir uns auf einem die­ser Schif­fe wohl­füh­len wür­den.

Also abwar­ten, was die nächs­te Tour so für uns zu bie­ten hat …

Unsere 2. Tour am 29. Januar 2011 nach Roermond

Heu­te war der Weg nicht ganz so weit und wir hat­ten auch nur 1 Schiff auf dem Plan. Die Dufour soll­te aus Alters­grün­den des Eig­ners abge­ge­ben wer­den.

Das 6. Schiff auf unserer Suche - eine Dufour 31 von 1982

Dufour31 von 1982

Aber der Tief­gang hat uns dann doch abge­hal­ten, obwohl der Preis und auch die Aus­stat­tung durch­aus nicht zu ver­ach­ten war.

Aber es tat gut, auch mal ein Schiff zu sehen, wel­ches gepflegt zum Ver­kauf stand. Jedoch lei­der für uns zu viel Tief­gang. Wer weiß, für was es gut ist und was uns noch so an ande­ren Schif­fen begeg­net.

Unsere 3. Tour am 26.03.2011 nach Lelystad, Sneek und Stavoren

Heu­te stand 3 mal je eine Con­test auf dem Plan. Alle eigent­lich recht preis­wert. Das wird wohl nichts geben. Dem­nach sind die Gedan­ken bei der Fahrt ent­spre­chend. Oder soll­ten wir ein Schnäpp­chen fin­den?

Das 7. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 33 von 1975

Con­test 33 von 1975

Der Preis hät­te uns eigent­lich schon stut­zig machen sol­len. Aber spä­tes­tens beim Anblick war uns klar, war­um die­ses Schiff “so preis­wert” war.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Wor­te: Es waren kei­ne Fle­cken - es waren Del­len und Beu­len!

Also ganz schnell wei­ter zur nächs­ten Besich­ti­gung nach Sneek. Auch hier muss­te beim Preis ein Haken sein, mal sehen, was uns erwar­tet.

Das 8. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 33 von 1971

Con­test 33 von 1975

Die­ser “Haken” wur­de dann sehr schnell klar:
Das Schiff hat­te vor 3 Jah­ren eine Osmo­se­be­hand­lung, die wohl auch von einer Fach­fir­ma durch­ge­führt wur­de. Dies war aber wohl lei­der doch nicht so fach­män­nisch durch­ge­führt wor­den, denn es zeig­ten sich schon wie­der ers­te Bla­sen.
Den­noch stellt sich uns die Fra­ge: Lohnt der Auf­wand trotz des nied­ri­gen Anschaf­fungs­prei­ses?

Also wei­ter nach Sta­vo­ren.

Das 9. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 33 von 1972

Con­test 33 von 1971

Auf die Fra­ge, war­um die­ses Schiff so preis­wert sei, ob ein Osmo­se­scha­den vor­lie­gen wür­de, beka­men wir vom Mak­ler die Ant­wort: Er wis­se es nicht, er habe das Schiff noch nicht von unten gese­hen, aber es könn­te wohl so sein, denn 90% die­ser Schif­fe hät­ten Osmo­se.
Na toll, auf eine sol­che Ant­wort gibt es nur eins: Auf hof­fent­lich Nim­mer Wie­der­se­hen.


So fuh­ren wir wie­der ein­mal von einer Besich­ti­gungs­tour heim. Vie­le Gedan­ken im Kopf.
Sol­len wir uns das Schiff aus Sneek noch ein­mal genau­er anse­hen? Sol­len wir es wagen? Der Mak­ler mein­te, wenn das Schiff nicht schnell ver­kauft wird, dann arbei­ten sie es selbst auf.

Eini­ge Tage spä­ter woll­ten wir doch noch ein­mal nach Sneek fah­ren, um das Unter­was­ser­schiff genau zu beäu­gen. Doch wir erhiel­ten nur die Ant­wort am Tele­fon: Wir haben am Sams­tag eine Aus­stel­lung, das geht lei­der nicht.

Also dach­ten wir: dann eben nicht. Dann soll es so sein. Kur­ze Zeit spä­ter war das Schiff von der Ver­kaufs­lis­te ver­schwun­den. Also hat es ein Ande­rer pro­biert.

Wir machen uns nicht ver­rückt.

Wie schon gesagt: Irgend­wo liegt unser Schiff und war­tet auf uns. Wir haben Zeit und kei­nen Zwang, schnell han­deln zu müs­sen oder zu wol­len.

Unsere 4. Tour am 17.04.2011 nach Krefeld

Wolf­gang hat­te sich die­ses Schiff schon ein­mal ange­schaut und erzähl­te ganz begeis­tert davon.
Man merk­te, er woll­te auch mich begeis­tern. Aber das war nicht so ein­fach.

Das 10. Schiff auf unserer Suche - eine Felloship von 1982

Fel­lo­ship von 1982


Ach­ter­ka­jü­te vom Cock­pit aus begeh­bar. Das gefiel mir über­haupt nicht. Auch mit der Anord­nung im Salon konn­te ich mich nicht anfreun­den. Ich fand ein­fach nicht viel, was mir an die­sem Schiff gefal­len könn­te.
Scha­de eigent­lich, denn mein lie­ber Mann war so was von begeis­tert.

Das Schiff war von Anfang an in Fami­li­en­be­sitz.
Man merk­te es: Gepflegt war das Schiff wie kei­nes, was wir bis­her gese­hen hat­ten.
Lei­der kein Back­ofen und kein Kühl­schrank. Es war zwar irgend­wo im Salon eine Kühl­box ver­baut, aber bei einem 10m Schiff muss doch Platz für eine fest instal­lier­te Küh­lung sein, oder?
Also gepflegt hin oder her, für mich gab es ein Nein.

Unsere 5. Tour am 06.05.2011 nach Fehmarn

Heu­te ging es auf unse­re bis­her längs­te Tour bis jetzt. Auf Feh­marn liegt eine Con­test 32 CS zum Besich­ti­gen.
Wolf­gang hat sich mit der Mak­le­rin ver­ab­re­det, und wir nutz­ten die Gele­gen­heit, mit einem emp­foh­le­nen Pols­te­rer auf Feh­marn per­sön­li­chen Kon­takt auf­zu­neh­men.

Also tra­fen wir zuerst den Pols­te­rer und such­ten uns schon ein­mal Stof­fe für die Pols­ter unse­res neu­en Schiffs aus (wel­ches es auch immer wer­den wird). Aber da wir von der Con­test recht begeis­tert waren, fuhr er ein­fach mit, um schon mal Maß zu neh­men.

Das 11. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 32 CS

Con­test 32 CS

Das Schiff lag noch im Win­ter­la­ger.

Der 1. Ein­druck war nicht schlecht. Im Preis war auch noch Spiel­raum. Wir waren uns schon fast einig mit der wei­te­ren Vor­ge­hens­wei­se.
Die Segel sei­en bei dem Besit­zer zuhau­se und der Mast sei beim Mast­bau­er gela­gert.
Auch wur­de uns zuge­sagt, dass selbst­ver­ständ­lich eine Pro­be­fahrt und eine Kom­pres­si­ons­prü­fung der Maschi­ne vor Kauf durch­ge­führt wer­den könn­te.

Dann schau­te Wolf­gang noch in die Bil­ge. Glän­zen­des pech­schwar­zes Öl sah man dort und kei­nen Trop­fen Was­ser - und das im Win­ter­la­ger.
Soll­te man ein Schiff so für den Win­ter vor­be­rei­ten? Das erstaun­te uns doch sehr.
Die Mak­le­rin erklär­te uns, dass sie bis dato noch nie einen Blick in die Bil­ge gewor­fen hät­te. Sie wür­de beim Besit­zer nach­fra­gen. Als Ant­wort beka­men wir zu hören: Jedes Jahr wür­den ein paar Trop­fen Öl vom Motor in die Bil­ge kom­men, er habe es ver­säumt, in die­sem Jahr die Bil­ge zu rei­ni­gen.

Der vor­he­ri­ge Inter­es­sent habe sogar einen Gut­ach­ter beauf­tragt. Ein Gut­ach­ter, der kei­nen Blick für die Bil­ge übrig hat? Kaum zu glau­ben.

Was mir beim Foto­gra­fie­ren auf­fiel: Jeder Punkt eine tote Flie­ge und das seit Novem­ber letz­ten Jah­res? Die Flie­gen auf Feh­marn haben wohl ein län­ge­res Leben als bei uns.

Bei uns schnei­te es letz­ten Novem­ber schon. Sehr merk­wür­den, oder steht das Schiff viel­leicht schon län­ger als Novem­ber letz­ten Jah­res hier in der Hal­le?

Dann fiel uns noch auf, dass der Bug­korb einen Schlag hat­te, was aber auf den “aktu­el­len” Bil­dern in der Ver­kaufs­an­zei­ge nicht zu sehen war.
Wolf­gang hat dann sicher­heits­hal­ber im Forum ein­mal nach­ge­fragt, ob sich zufäl­lig schon jemand die­ses Schiff ange­schaut hat.
Tat­säch­lich erhiel­ten wir eine Mail von einem ande­ren Inter­es­sen­ten, der sich die­ses Schiff auch schon ange­se­hen hat­te.
Das hör­te sich alles nicht sehr wohl­wol­lend an. Also noch­mals alle Bil­der stu­diert und sie­he da: die Scheu­er­leis­te sah teil­wei­se doch recht neu aus.

Con­test 32 CS

So haben wir auch die­se Schiff ad acta gelegt, wer weiß, für was es gut ist.

Wenigs­tens hat­ten wir ein schö­nes Plätz­chen am Was­ser mit direk­tem Blick auf die Feh­marn­sund­brü­cke gefun­den und einen köst­li­chen Fisch geges­sen.

Man gönnt sich ja sonst nichts, 1.200 km für einen guten Fisch

Unsere 6. Tour am 14.05.2011 nach Workum und Monnikendamm

Zwi­schen­durch hat­ten wir noch ein Con­test 32 CS Ketch von 1982 in Spa­ni­en gefun­den. Von den Bil­dern her waren wir begeis­tert. Der Zustand war sehr zufrie­den­stel­len.
Doch der Mak­ler hat­te wohl einen gro­ßen Feh­ler gemacht. Als ich sah, dass die Exif­da­ten bei den Bil­dern gespei­chert waren, sah ich, dass es Bil­der aus dem Jah­re 1982 waren. Von wegen guter Zustand. Wir hat­ten fast schon die Flü­ge nach Spa­ni­en gebucht.

Das 12. Schiff auf unserer Suche - eine Contest 32 CS

Con­test 32 CS

Auf unse­re Fra­ge im Forum nach dem letz­ten Schiff erhiel­ten wir die Aus­kunft, dass in Workum eine Con­test 32 CS liegt, per­fekt aus­ge­stat­tet und wie neu sei sie.
Der Eig­ner möch­te gesund­heits­be­dingt ver­kau­fen. Also auf nach Workum

Wir waren begeis­tert und sahen uns schon fast als zukünf­ti­ge Besit­zer. Doch wie immer gibt es neben dem Gefühl auch noch den Ver­stand, den man ja nicht außer Acht las­sen soll­te.
Und mal ganz ehr­lich: ein Schiff mit der Naviecke auf der Back­bord­sei­te, das geht ja gar nicht, oder?

Nein, es ist wirk­lich ein sehr schö­nes und gepfleg­tes Schiff gewe­sen. Finan­zi­ell lag es jedoch über unse­ren Vor­stel­lun­gen, daher scha­de.


Wir hat­ten heu­te noch eine Fel­lo­ship in Mon­ni­ken­damm auf dem Pro­gramm. Fast hat­ten wir kei­ne Lust mehr, aber aus­ge­macht ist aus­ge­macht.

Das 13. Schiff auf unserer Suche - eine Felloship 33

Fel­lo­ship 33

Auch die­ses Schiff war sehr gepflegt, der Eig­ner woll­te es auch aus Alters­grün­den abge­ben, um mehr Zeit im Süden ver­brin­gen zu kön­nen.

Doch Wolf­gang hat­te in sei­nen Auf­zeich­nun­gen einen klei­nen Feh­ler und so bemerk­ten wir erst zu Hau­se, dass das Schiff 10 Mil­le über dem Preis lag, den er sich notier­te.
Auch hier wäre der End­preis inklu­si­ve unse­rer Aus­bau­wün­sche in einer Preis­klas­se gewe­sen, die nicht unse­ren Vor­stel­lun­gen und auch nicht dem Schiff ent­sprach.
Auch wäre im Salon kei­ne Lot­sen­ko­je mög­lich gewe­sen, es sei denn, wir wür­den bis auf 1,50 m schrump­fen.

Unsere 7. Tour am 21.05.2011 nach Weener an der Ems

Wir haben die­se Rei­se mit der Über­ga­be unse­rer Hal­cyon ver­bun­den. Eine letz­te Nacht auf unse­rer Dou­ble Fun, denn sie ist ver­kauft und wird mor­gen an die neu­en Besit­zer über­ge­ben.
Also Abschied neh­men. Da wir ja schon flei­ßig auf der Suche nach einem ande­ren Schiff sind, fällt uns das nicht schwer.

Das 14. Schiff auf unserer Suche - eine Optima 98

Opti­ma 98

Wolf­gang hat die­ses Schiff auch im Netz gefun­den. Selbst­ver­ständ­lich hat er sich mit ande­ren Opti­ma-Besit­zern, die uns bekannt waren, noch die aller­letz­ten Infos ein.

Gepflegt sah sie aus. Ein völ­lig neu­es Rigg war zu sehen. Wir hat­ten einen guten Ein­druck gewon­nen.
Doch als es in die nächs­te Run­de ging, konn­ten wir uns nicht über die Ver­trags­mo­da­li­tä­ten eini­gen.
Ist es nicht selbst­ver­ständ­lich, dass als Käu­fer vor dem end­gül­ti­gen Kauf auch ein Schiff von unten anse­hen möch­te?
Auch beim Preis war kein Ent­ge­gen­kom­men.
Auch hat­ten wir bei der Auf­tei­lung der Innen­aus­stat­tung klei­ne­re Pro­ble­me für uns gese­hen.

So haben wir wie­der mal einen Aus­flug gehabt, aber kein Schiff für uns gefun­den.

Mona­te spä­ter stand das Schiff immer noch zum Ver­kauf, jedoch wesent­lich preis­wer­ter, als wir es damals haben woll­ten.

Unsere 8. Tour am 02.06.2011 nach Zuid Beijerland in Holland

Ein klei­ner ver­träum­ter Hafen in Zee­land ist unser Ziel. Wie­der ein­mal ein Schiff, wel­ches aus Alter­grün­den abge­ge­ben wer­den soll.

Das 15. Schiff auf unserer Suche - eine Najad 34

Najad 34

Toch­ter und Schwie­ger­sohn emp­fin­gen uns sehr freund­lich mit fri­schen Kaf­fee. Der Vater wür­de es nicht übers Herz brin­gen, selbst sein gelieb­tes Schiff frem­den Men­schen anbie­ten zu müs­sen.
Wir trau­ten unse­ren Augen nicht: Eine alte gepfleg­te Lady lag da in der Son­ne und erstrahl­te in ihrer gan­zen Wür­de.
Man merk­te sofort, dass der Eig­ner jahr­aus jahr­ein sein Schiff mit äußers­ter Hoch­ach­tung behan­delt hat.

Ein­fach nur ein Traum, nicht wahr? Auf der Wei­ter­fahrt mein­te ich: Das Schiff hat eine See­le!
Wir waren begeis­tert und ich sah mich wie­der ein­mal in mei­nen Gedan­ken auf die­sem wun­der­schö­nen Schiff.

Wolf­gang mein­te immer wie­der: Das Schiff ist zwar wun­der­schön, aber zu teu­er! Außer­dem hat es zu viel Tief­gang.

Bei wei­te­ren Mails und Tele­fo­na­ten ging der Ver­käu­fer eine statt­li­che Sum­me vom Preis her­un­ter. Um so schwe­rer fiel es uns, aber da war noch der Tief­gang.

Also wei­ter­su­chen, obwohl ich für mich mein Traum­schiff gefun­den hat­te.

Das 16. Schiff auf unserer - eine Compromis 909

Auf den 1. Blick ging es ja, aber auf den 2. Blick, da schweigt des Sän­gers Höf­lich­keit. Innen ist so viel “ver­bas­telt” wor­den, dass man gar nicht mehr hin­schau­en konn­te. Ich woll­te nur noch weg.
An einem ein­zi­gen Tag solch ein Unter­schied!

Unsere 9. Tour am 04.06.2011 nach Hooksiel

Also fuh­ren wir in Rich­tung Jade­bu­sen. Nun war auch noch die Malö mit im Karus­sell.
Ein freund­li­ches Moin emp­fing uns und wir sahen eine gepfleg­te Malö 40H. Der Eig­ner möch­te auf ein ande­res Schiff umstei­gen, das nun end­lich frei sei und so will er sei­ne Malö ver­kau­fen. Die Kin­der waren wohl nicht so ange­tan, ihre “gelieb­te Ach­ter­ka­jü­te” nicht mehr zu haben.

Das 17. Schiff auf unserer - eine Malö 40H

Malö 40H

Im Grun­de ist eine Malö ja der Najad ziem­lich ähn­lich. Das war ein Plus­punkt für mich.
Das Eig­ner­ehe­paar zeig­te uns alles sehr bereit­wil­lig, es gab kei­ne Lade, in die wir nicht schau­en konn­ten.
Dann fuh­ren wir noch ein Stück raus im Hooks­meer bis zur Schleu­se.
Alles in Allem hat­ten wir ein gutes Gefühl. Doch wir hat­ten für nächs­ten Sams­tag auch schon einen wei­te­ren Ter­min für eine ande­re Malö 40H an der Schlei auf dem Pro­gramm.
Dies stell­te auch kein Pro­blem da. Also ver­ab­re­de­ten wir uns, danach noch­mals in Ver­bin­dung zu tre­ten.
Und zum Abschluss wur­de uns ganz selbst­ver­ständ­lich zuge­sagt, das Schiff noch auf die Slip­an­la­ge zu fah­ren, damit wir das Unter­was­ser­schiff auch noch begut­ach­ten kön­nen, wenn wir uns zum Kauf ent­schlie­ßen wür­den.

Unsere 10. Tour am 11.06.2011 nach Schausende und Schleswig an der Schlei

Nun stand eine Mam­mut­fahrt an: das wohl äußers­te bzw. nörd­lichs­te Ende von Deutsch­land: Schau­sen­de an der Ost­see.
Früh mor­gens um 04:00 Uhr ging es los. Bestückt mit hei­ßem Kaf­fee lös­ten wir uns immer wie­der mal ab und fuh­ren an das Ende von Deutsch­land.

Das 18. Schiff auf unserer - eine Compromis 909

Com­pro­mis 909

Hier lag eine Com­pro­mis, die wir gedank­lich noch nicht so ganz aus­sor­tiert hat­ten. Der Auf­bau ent­sprach ja mei­nen Vor­stel­lun­gen: Eine Ach­ter­ka­jü­te von innen begeh­bar und die Pan­try nicht gegen­über der Sitz­ecke im Salon.

Aber so rich­ti­ge Begeis­te­rung setz­te bei uns nicht ein. Auf­bau hin oder her. Es kam nicht das Gefühl auf, dass wir uns hier wohl­füh­len könn­ten. Die­ser “Kom­pro­miss” ist dann doch zu groß.

Also fuh­ren wir wei­ter an die Schlei zu der ande­ren Malö. Wolf­gang war von den uns zuge­schick­ten Bil­dern schon begeis­tert.
Wie gesagt: Für das Gefühl bin ich eigent­lich zustän­dig. Der lie­be Mann muss den Ver­stand wal­ten las­sen und ist für alles Ande­re zustän­dig.

Das 19. Schiff auf unserer - eine eine Malö 40H

Malö 40H

Wir schau­ten uns das Schiff genau an und füh­ren noch ein Stück raus, um den Motor zu tes­ten. Aber schlau­er wur­den wir dadurch auch nicht.



Nun hieß es daheim: Ver­glei­che anstel­len. Die Com­pro­mis war dann auch raus.
Die von mir ver­ehr­te Najad hat­te zu viel Tief­gang. Eine ver­nünf­ti­ge Con­test zu einem annehm­ba­ren Preis war nicht zu haben.
Es blie­ben im Grun­de nur noch die bei­den Malös übrig.


Wir glau­ben, dass wir mal eine Pau­se brau­chen. Uns schwirrt der Kopf von den vie­len Besich­ti­gun­gen. Tau­sen­de von Kilo­me­tern sind wir gefah­ren, haben Stun­den im Auto ver­bracht, Schif­fe über Schif­fe im Inter­net gesucht und dann etli­che in Natu­ra ange­schaut, hun­der­te von Bil­dern geschos­sen.
Daheim ver­gli­chen, sor­tiert, bewun­dert und doch wie­der ver­wor­fen.

Jeder, der auf der Suche nach einem neu­en alten Schiff ist, wird uns viel­leicht ver­ste­hen kön­nen. Uns gefällt die alte Bau­wei­se, ein neu­es Schiff kommt für uns nicht in Fra­ge.

Da wir aber noch eini­ge Törns vor uns haben, muss es ent­spre­chend aus­ge­rüs­tet sein. Also kommt zu dem Kauf­preis noch eine schö­ne Stan­ge Geld dazu, so muss alles wohl über­legt sein.

Und wie so oft kommt es, wie es kom­men soll!

Nach­dem wir ein paar Näch­te dar­über geschla­fen haben, stand für uns fest: Es soll eine Malö sein. Nur wel­che von den Bei­den?

Also erst ein­mal eine genaue Über­stel­lung, was wir zum Kauf­preis noch “drauf­le­gen” müs­sen. Dann waren wir genau so schlau wie vor­her: Wie­der Pat!

Nun kam noch die Über­le­gung, wel­che Vor- und Nach­tei­le haben die­se bei­den Malös.

Lan­ge Rede kur­zer Sinn: eine Woche mit viel Über­le­gung, viel Rech­ne­rei und den ent­spre­chen­den Preis­ver­hand­lun­gen: Wir haben uns für die Malö in Hook­siel ent­schie­den.

So fuh­ren wir ein 2. Mal nach Hook­siel …
Und so geht es wei­ter … -> Malö Vor­stel­lung

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