Optimierung der Motoranlage

in unse­rem Schiff ist noch der Ori­gi­nal­mo­tor ein­ge­baut, ein Vol­vo Pen­ta MD17C
mit 25 KW = 35 PS.

Nach­träg­lich ange­baut an den Motor ist eine Zwei­k­reis­küh­lung der Fa. Mar­tec.

Der Motor hat jetzt, nach unse­rer Über­füh­rung nach Düs­sel­dorf, 2.119 Stun­den auf dem Betriebs­stun­den­zäh­ler, beim Kauf des Schif­fes im Juni 2011 waren es ca. 2.060 Betriebs­stun­den.
Die jetzt ca. 60 gefah­re­nen Motor­stun­den waren ohne jeg­li­che Pro­ble­me.

Die Maschi­ne ist bei der “Malö 40” für Wolf­gang von 3 Sei­ten mehr oder weni­ger gut zugäng­lich.

Ein­mal vom Cock­pit aus über eine gro­ße Klap­pe über der Maschi­ne.

dann, nach Weg­nah­me der Nie­der­gangs­trep­pe, durch eine dort befind­li­che Klap­pe

und schließ­lich durch eine rela­tiv klei­ne Klap­pe in der BB-Backskis­te

was die letz­te Klap­pe betrifft, kön­nen wir nur hof­fen, dass Wolf­gang auch im fort­ge­schrit­te­nen Alter eini­ger­ma­ßen sta­bil bleibt …  sonst kommt er nicht mehr in die­se Backskis­te rein :-))

Der Ein­druck auf dem letz­ten Bild täuscht gewal­tig, das ist der Blick mit der Kame­ra …  er selbst kommt kaum mit dem Kopf nach unten, auf­grund der Form und der Enge der Backskis­te.

Nach­dem wir mit dem Schiff in Düs­sel­dorf ange­kom­men waren, haben wir zunächst mal das Motor­öl und das Getrie­be­öl gewech­selt. Das geschah pro­blem­los. Mit der Vaku­um­pum­pe konn­ten wir das Alt­öl wun­der­bar abpum­pen, nach­dem wir die Maschi­ne vor­her etwas warm gefah­ren hat­ten.

Nach­dem das neue Öl in Maschi­ne und Getrie­be war, hat Wolf­gang dann den Motor win­ter­fest gemacht.

Eini­ge Zeit spä­ter hat er dann auch noch als wei­te­res Ver­schleiß­teil den Keil­rie­men gewech­selt. Das war gar nicht so ein­fach, wie er es vom Auto her kann­te. Vol­vo hat das so ange­ord­net, dass neben der Licht­ma­schi­ne auch der Anlas­ser zunächst aus­ge­baut wer­den muss, um den Keil­rie­men wech­seln zu kön­nen.

Durch die Arbei­ten am Anlas­ser fiel ihm auf, dass auf dem Motor wohl noch der Ori­gi­nal­keil­rie­men sei­nen Dienst ver­sah. Kei­ne schlech­te Leis­tung, wie Wolf­gang mein­te. Die Sich­tung des alten Keil­rie­mens ergab übri­gens, dass er noch so gut erschien, um als Ersatz die­nen zu kön­nen

Schließ­lich und end­lich hat Wolf­gang dann noch die Opfer­an­node am Wär­me­tau­scher der Zwei­k­reis­küh­lung erneu­ert

Bei den War­tungs­ar­bei­ten konn­te Wolf­gang immer­hin ein ver­trau­tes Ver­hält­nis zu unse­rer Maschi­ne auf­bau­en, so dass auch wei­te­re evtl. not­wen­di­ge Arbei­ten an dem guten Stück für ihn nicht aus­ge­schlos­sen erschei­nen.

Schnell war ihm klar, dass ins­be­son­de­re 2 Tei­le der Maschi­ne opti­miert wer­den muss­ten:

1. Lage und Aus­füh­rung des Die­sel­vor­fil­ters
2. Erreich­bar­keit der See­was­ser­pum­pe zum Wech­seln des Impel­lers

zu Punkt 1:
Der alte Die­sel­vor­fil­ter war irgend­wo im unte­ren Bereich an der BB-Sei­te der Maschi­ne unter­ge­bracht, also nur sehr schlecht erreich­bar. Das Schau­glas war prak­tisch nur mit Lam­pe und Spie­gel zu über­prü­fen. Wer die­se Art von Fil­tern kennt, der weiß, wel­che Schwie­rig­kei­ten man hier beim Aus­wech­seln des Fil­ters hat.

Das gibt meis­tens eine gro­ße Schw…., selbst wenn man es im ruhi­gen Hafen macht, gar nicht dar­an zu den­ken, das bei See­gang machen zu wol­len.

Nach eini­gen Über­le­gun­gen fiel die Ent­schei­dung zu Guns­ten eines Separ-Fil­ters, Typ 2000/5. Nach Wolf­gangs jet­zi­gen Kennt­nis­sen ein abso­lu­tes High-Tech-Pro­dukt und im obe­ren Bereich der Fil­ter­tech­no­lo­gie anzu­sie­deln. Ins­be­son­de­re lässt sich hier das Aus­wech­seln der Fil­ter­pa­tro­ne nach oben her­aus ohne Pro­ble­me bewerk­stel­li­gen.

Nach einem Tipp von einem net­ten Segel­freund hat Wolf­gang das Wech­seln noch ver­ein­facht, indem er die obe­re Ver­schrau­bung mit ein­ge­kleb­ten Gewin­de­stif­ten und Flü­gel­mut­tern ver­se­hen hat. Zum Fil­ter­wech­sel ist somit kein Werk­zeug mehr erfor­der­lich.

Beim Aus­wech­seln des Fil­ters hat er dann auch noch einen Absperr­hahn in die Die­sel­lei­tung ein­ge­baut, der vor­her nicht vor­han­den war.

Da der Separ-Fil­ter zwei Aus­gän­ge hat, hat er am 2. Aus­gang die Die­sel­lei­tung für die Hei­zung ange­schlos­sen.

zu Punkt 2:
Die am Vol­vo MD17 vor­han­de­ne See­was­ser­pum­pe ist lei­der nicht vor­ne, son­dern hin­ten in der Nähe des Getrie­bes mon­tiert. Das hat wohl damit zu tun, dass das Getrie­be auch was­ser­ge­kühlt ist.

Die Lage ist auf jeden Fall so, dass die Pum­pe von oben, also von der Cock­pit­klap­pe aus nur “blind” zu öff­nen ist … 
das bedeu­tet:
6 klei­ne Schlitz­schrau­ben her­aus­dre­hen, die dann auch wie­der zu sichern sind … usw.

Der Impel­ler dürf­te sich von dort oben nur schwer­lich her­aus­lö­sen las­sen - ganz zu schwei­gen davon, dann wie­der eine neue Dich­tung genau zu plat­zie­ren und das Gan­ze wie­der zu ver­schlie­ßen.

Von der klei­nen Klap­pe aus der BB-Backskis­te her­aus kann man die Pum­pe mit einer Hand errei­chen, was das Raus- und Rein­schrau­ben klei­ner Schlitz­schrau­ben auch nicht unbe­dingt lus­tig macht.

Wolf­gang hat daher einen klei­nen Trick ange­wandt, der jedoch nicht von ihm stammt, son­dern auch in diver­sen Fach­fo­ren her­um­geis­tert:
In die Schrau­b­lö­cher der See­was­ser­pum­pe wer­den Gewin­de­stif­te mit Inbus (Maden­schrau­ben) her­ein­ge­schraubt und mit einer hoch­fes­ten Schrau­ben­si­che­rung ver­klebt. Hat man nun den Impel­ler mit einer spe­zi­al dafür geform­ten Zan­ge her­aus­ge­nom­men und das neue Teil ein­ge­setzt, kann man auch ein­hän­dig die neue Dich­tung über die her­aus­ste­hen­den Gewin­de­stif­te legen, mit dem Pum­pen­de­ckel genau so ver­fah­ren und dann den Deckel mit Flü­gel- oder Rän­del­mut­tern ein­hän­dig anzie­hen. Wolf­gang muss­te hier bei der Lady gro­ße Rän­del­mut­tern neh­men, da selbst bei den Flü­gel­schrau­ben ein­hän­di­ges Schrau­ben nicht mög­lich war, weil diver­se Roh­re bei der Hand­dre­hung im Wege waren.

So geht es jetzt aber sehr gut, und Wolf­gang traut sich zu, den Impel­ler­wech­sel von oben her, also blind oder mit Spie­gel, auf See vor­zu­neh­men.

Wei­ter ist noch geplant, eine Dose fest im Motor­raum zu instal­lie­ren, wo wich­ti­ge klei­ne Ersatz­tei­le direkt depo­niert wer­den kön­nen.

Und schließ­lich wol­len wir eine pas­si­ve Brand­si­che­rung instal­lie­ren.

Durch einen Steg­nach­bar im Medi­en­ha­fen Düs­sel­dorf wur­den wir auf ein neu­es Sys­tem auf­merk­sam gemacht, wel­ches inzwi­schen u.a. von der Werft sei­nes Motor­schif­fes aus dem obe­ren Preis­seg­ment ein­ge­baut wird, anstatt sons­ti­ger Brand­schutz­an­la­gen.
Es han­delt sich hier­bei um eine Patro­ne, die bei einer Raum­tem­pe­ra­tur von ca. 90° zer­bricht und ein Gas frei­setzt, wel­ches den ent­stan­de­nen Brand sehr schnell löscht.


Stand: 25.05.2012

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