2025: Woche 06 – Möltenort bis Juelsminde

Woche 06 = 28.07.25 – 03.08.2025 = Möltenort -> Ærøskøbing -> Bucht vor Lyø -> Bucht vor Fænø -> Juelsminde

28.07.2025 Montag

Unsere Route heute: Möltenort -> Ærøskøbing

Das Wetter am Morgen: teilweise bewölkt, Temp. 14°, Wind SW2, Baro 1008

Gegen 09:00h verlassen wir Möltenort und fahren die Kieler Bucht Richtung Norden, Wind NW 8-10 Kn.

Wir können die Genua nutzen, lassen aber den Motor bei 1.300 RPM mitlaufen. Nach einer guten Stunde droht der Motor wieder auszugehen. Grund ist offensichtlich ein Wackelkontakt im Paneel des Motors/Zündschlosses, der die Dieselpumpe unterbricht. Ein wenig „wackeln“ am Zündschloss bringt wieder Kontakt.

Zeit für die dänische Gastlandflagge

Gegen 12:30h machen wir den Motor aus. 2 Versuche, mit der ja nach vorne versetzten Genua eine Wende zu fahren und dabei die Genua zwischen den beiden Vorstagen auf die neue Leeseite zu ziehen, scheitern beide.


Nun hat der Wind inzwischen auf gut Bft 4 aufgefrischt, weiter aus NW. Aber er spielt Katz und Maus mit uns, mal ganz weg, dann auf einen Schlag wieder kräftig da.

Gegen 15:00h sind wir am eigentlich ausgesuchten Ankerplatz „Vejnæs Nakke“ Da der Wind jetzt bei gut 20 Kn /Bft 5-6 ist, entscheiden wir uns, Richtung Marstal zu fahren. Die Bucht ist nicht wirklich geschützt und zum Ankern bei diesen Winden nicht wirklich geeignet.

Wir fahren in das betonnte Fahrwasser Richtung Marstal, hier biegen alle Boote ab, der Hafen wird wohl gut gefüllt sein. Deshalb fahren wir weiter durch das gewundene Fahrwasser Richtung NW nach Ærøskøbing. Zwischenzeitlich Böen bis zu 26 Kn. und eine hohe, kurze Welle. Aber wenigstens kein Regen, das grenzt schon fast an ein Wunder.

Gegen 19:00h laufen wir in den Hafen von Ærøskøbing ein. Durch den starken Wind haben wir Probleme in den teilweise engen Boxengassen zu wenden.

Wir finden dann einen Platz als letzte in einem 4er Päckchen.

Das dritte Boot ist bei unserem Anlegen nicht belegt, hat aber Fender draußen. Die Leinen für die Mittelklampen liegen im Ankerkasten, da wir mit einer Box gerechnet hatten. In diesem Moment meinte ich: „Ich geh jetzt nach vorne und hole die Leinen!“ Adrenalin übertünchte meine Schmerzen. Vom 2. Boot kam der Eigner, ein Schwede, rüber und nahm unsere die Leinen an und das war auch sehr hilfreich. Als ich die Vorleine bei uns festmachen wollte, rief die Schwedin rüber: „Are you ok?“ Ein eifriges Nicken und „everything is ok“ meinerseits schien sie dann doch etwas zu beruhigen. Ich muss wohl nicht gerade sehr glücklich ausgeschaut haben, daher ihre Frage.

Aber der Hunger war mir vergangen und mein lieber Mann aß erstmals eine 5-Min. Terrine als Abendessen.

10 Std. und 30 Min. waren wir für für knapp 45 sm unterwegs. Ein paar Stunden konnten wir sogar ohne Motorunterstützung segeln.

Wird morgen ein schöner Tag?

29.07.2025 Dienstag

Unsere Route heute: nur Ærøskøbing

Das Wetter heute morgen: klar, Temp. 17°, Wind NW3-4, Baro 1008

Nach dem Frühstück verlegen wir uns aus dem Päckchen in eine eigentlich als belegt angezeichnete Box an der Nordwest-Mole. Der in der Nachbarbox liegende Däne meint, dass dort auch die letzten 2 Tage keiner gelegen habe. Also sind wir mutig und machen fest.

O-Ton Wolf:
Nach dem Anlegen mit den etwas zu kurzen schwarzen Leinen, verlege ich mit Hilfe des Schlauchbootes über Kreuz gelegte Achterleinen.

Der NW-Wind bläst schon wieder gut und drückte uns mit den normalen Achterleinen zu stark auf das Nachbarboot.

Der Tag über verläuft dann mehr als ruhig. Der Herr des Hauses kümmert sich um ein paar Kleinigkeiten, u.a. Prüfung des Motor- und Getriebeöls, alles ok.

Ansonsten sehen wir schon sehr früh am Tag viele Boote in den Hafen kommen, raus fahren nur wenige. Viele suchen wie wir wohl Schutz vor Starkwind und Gewitter, das für morgen angesagt ist.

Statusmeldung von Wolf

Auch heute hatten wir im Hafen Wind bis zu 25 Knoten.

30.07.2025 Mittwoch

Unsere Route heute: nur Ærøskøbing

Das Wetter heute morgen: total bewölkt, starke Regenschauer, Temp. 17°, Wind SW5 in Böen mehr, Baro 1005.

Für heute sind den ganzen Tag Starkwind, Regen und auch Gewitter für die Region angesagt. Morgen soll der Spuk dann vorbei sein.

Außer dem Gewitter kam dann auch alles, wie vorausgesagt, besonders der Regen war stark, langanhaltend und kam auch nach kurzen Phasen immer wieder.

Der Wind war nicht stärker, als vorgestern, in Spitzen 25 Kn.

Kurz nach 18:00h hatten wir eine etwas längere Regenpause, in der Wolf dann zum „Netto“ gehen konnte, um einzukaufen. Ein großer Markt direkt am Hafen und in dieser Regenpause hatten wohl viele Segler die gleiche Idee. Es war gut voll dort. Morgen soll es weitergehen zur Insel Lyø, wo wir an der Ostseite ankern wollen. Zum Abendessen gibt es die allseits geliebten roten Nudeln. Ich habe auch schon Frikadellen vorgebraten für den kommenden Kartoffelsalat.

31.07.2025 Donnerstag

Unsere Route heute: Ærøskøbing -> Lyø Bucht

Das Wetter heute morgen: überwiegend bewölkt, Temp. 17°, Wind SWW 2-3, Baro 1003.

O-Ton Wolf (wie immer kursiv)

Für heute sind leichte Winde aus westlichen Richtungen vorausgesagt. Bevor wir abfahren stelle ich fest, dass sich auf der StB-Seite die Querstrebe des GT zum Rumpf genau dort gelockert hat.

An einer Schraube ist die Mutter trotz Befestigung mit Sprengring abgefallen. Die andere Schraube war mit einer Sicherungsmutter befestigt, sie ist zwar locker, aber die Mutter hat sich nicht ganz gelöst. Durch das Lösen der beiden oberen Verkleidungsbretter kann ich mit einer neuen Unterlegscheibe und einer Sicherungsmutter das Problem schnell lösen.

Gegen 10:00h legen wir ab, das klappte wieder sehr gut mit uns Beiden.

Tschüss Ærøskøbing

Die Badehäuser sind ein Wahrzeichen der Insel und gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Ærø.

Wolf wollte das Groß setzen, aber die Winsch an StB wollte nicht mehr. Sie saß fest. So ein Shit aber auch. Also weiter mit Motor. Bei der Windstärke von 4-6 Knoten wäre das ohnehin nicht viel geworden.

Gegen 13:30h liegen wir fest in der großen Bucht vor Lyø. Es gibt zwar ein paar Bojen, die sind jedoch auch schon um diese Uhrzeit leider belegt.

Wolf hat sich die Ankerapp „Ankeralarm“ aufs Handy geladen. Nach einer guten Stunde ist das Boot leicht vertrieben und wir fahren den Anker nochmals mit Vollgas rückwärts ein. Jetzt sollte sich nichts mehr bewegen.

Am Nachmittag bei gutem Sommerwetter wird die Winsch auseinander genommen. Nach Prüfung und erneutem Zusammensetzen ergab sich als einzige Möglichkeit des Problems, dass offensichtlich 2 Zahnräder bei der letzten Wartung verkehrt herum eingesetzt worden waren.

Die große Preisfrage: Wieso hat sie bis jetzt funktioniert?

Im Cockpit wird mit Induktion gekocht, unsere Batterien sind voll und der Inverter macht es möglich.

Die Ankerbucht neben dem Hafen von Lyø.

Der Himmel verdunkelt sich mal wieder zusehends, es wird doch wohl nicht regnen?

und die Fähre fährt unermüdlich ihre Runden:
Faaborg – Lyø – Avernakø

Später füllt sich die Bucht ein wenig mehr, wir zählen über 30 Schiffe, aber bei der Größe der Bucht ist das alles kein Problem.

01.08.2025 Freitag

Unsere Route heute: Lyø Bucht -> Fænø Ankerbucht gegenüber von Middelfart

Das Wetter heute morgen: voll bewölkt, Temp. 18°, Wind WSW 2-3, Baro 1002.

Für heute sind mäßige bis geringe Winde aus W vorausgesagt und Regenschauer. Die Ankernacht war ruhig. Der Anker hat gut gehalten.

Gegen 08:30 heben wir den Anker und es geht weiter in Richtung Norden nach Middelfart.

Tschüss Lyø Bucht
Es ist wohl das Standardwetter in diesem Sommer :-((

Kurz darauf begegnet uns die Mercandia IV der Øresundslinjen.

Ihre Strecke war von Bøjden auf der Insel Fyn nach Fynshav auf Als.

Fähren dieser Linie werden uns noch oft auf diesem Törn begegnen.

Gegen 10:30h sehen wir Kap Helnæs mit dem Helnæs Fyr.

Was nützen die schönsten Motive, wenn das Wetter nicht mitspielt?

Kurz darauf sehen wir das „Frl. Smilla“ im Kleinen Belt in Richtung Süden fahren.

Gegen 14:00h zieht ein mächtiges Regengebiet mit Windböen bis zu 22 Kn. an uns vorbei, wir bekommen gottlob nur die Ausläufer mit.

Wir nehmen vor der Einfahrt in den Sund Richtung Middelfart das Groß herunter.

Wir haben offensichtlich mitlaufenden Strom, der sich bis kurz vor Middelfart „Neuer Hafen“ sehr steigert. Laufen teilweise bei 1.600 RPM über 7 Kn.

Wir wollten eigentlich im Neuen Hafen von Middelfart festmachen, da wir dort wesentlich näher der Stadt sind. In der Marina Middelfart waren wir schon vor Jahren, riesig großläufig und außerhalb der Innenstadt.

Wir erkennen den Fænø Odde Rasteplads wieder, an dem wir bei einer Radtour 2019 eine schöne Pause hatten. Damals hat kein einziges Wohnmobil dort gestanden.

Dann geht es um die Kurve, der Himmel klart auf und die alte Lillebæltsbro ist in Sicht

und was zeigt unser Plotter?
Wind uns Strom schieben uns ganz schön = 7,9 Kn.

wir sehen direkt nach der Brücke den Kongebrohavn, wir fahren vorbei, wir wollen ja in den NyHavn.

dann sind wir am „Gamle Havn – als wir das große Festzelt sehen, wissen wir, dass wir dort gar nicht nach einem freien Platz suchen brauchen. Also fahren wir auch hier sofort weiter.

Dann sehen wir endlich den Teil von Middelfart, wo wir im NyHavn festmachen wollen.

Der Hafen ist picke packe voll, beim Rausfahren sehen wir dieses Schild erst richtig – stolze Preise!

Ein Blick zurück zur neuen Lillebæltsbro

Also fahren wir wieder zurück, diesmal gegen den Strom. Im Gamle Havn schauen wir erst gar nicht rein. Er sieht schon von außen voll aus. Auch den Gedanken, am Abend Zeltmusik zu hören, war für uns nicht gerade erstrebenswert.

Also weiter zurück zum Kongebrohavn. Wir überlegen noch, ob wir überhaupt reinfahren um evtl. doch noch einen freien Platz zu finden, da kommt uns ein Deutscher entgegen und fährt direkt vor uns in die Einfahrt.
Tja, er hat den letzten freien Platz in diesem Hafen ergattert und wir hatten das Nachsehen. Also noch weiter zurück. Nun wollen wir doch in der Bucht vor der Insel Fænø ankern,

na, das kommt uns aber bekannt vor, ist ja nur ca. 3 Std. her, als wir hier vorbeifuhren, im Gepäck die Hoffnung nach einen freien Hafenplatz.

Sicht von der Ankerbucht auf die Marina Middelfart im Hintergrund.

ein unbesetztes altes Fischerboot liegt in unserer Nähe, auch sonst sind die paar Boote in gebührendem Abstand:-))

Wolfgang geht noch eine Runde schwimmen und dank unserer „Schlauchdusche“ kann er das Salzwasser auch wieder gut abduschen.

am Abend gab es Kartoffelsalat nach Art des Hauses mit den guten selbstgemachte Frikas

gegen 22:00h ein Blick in den Sund, morgen wird ein schöner Tag :-))

02.08.2025 Samstag

Unsere Route heute: Fænø Bucht -> Juelsminde

Das Wetter heute morgen: voll bewölkt, Temp. 14°, Wind NNW 1, Baro 1002.

Was für ein Morgen nach dem schönen gestrigen Nachmittag, aber es klart sehr schnell auf.

Es war eine sehr ruhige Ankernacht. Trotz leichter, sich richtungsändernder Strömung hat der Anker gut gehalten.

Gegen 10:00 heben wir den Anker und nehmen Kurs im Fahrwasser des Lille Belt in Richtung Norden. Heute haben wir hier Strömung gegenan.

Eine Stunde später passieren wir die beiden Beltbrücken.

gegen 11:00h passieren wir das Kap Strib mit dem Stribfyr

Gegen 12:30 haben wir das Kasserodde Flak an der Spitze von Jütland bei der Einmündung des Vejle Fjord passiert. Hier müssen wir den vielen Fischernetzen ausweichen.

Dann kippt die Strömung in Richtung Nord. Gegen 14:15h erreichen wir den Yachthafen von Juelsminde. Eigentlich sind es mehrere Häfen, wenn wir das richtig gesehen haben.

Wir finden eine freie grüne Box Nr. 804 an Steg 8, der oberste Steg auf dem Bild.

dort haben wir einen Ausblick auf den kleinen Nachbarhafen auf der Westseite der gesamten Hafenanlage.

Wir liegen zwar zwischen 2 dicken MoBos, aber hier wollen wir das angesagte schlechte Wetter abwettern.

03.08.2025 Sonntag

Unsere Route heute: nur Juelsminde

Das Wetter heute morgen: voll bewölkt, Temp. 16°, Wind NW 3-4, Baro 1002.

Leider müssen wir unseren Liegeplatz verlassen, da er ab heute vom Eigentümer beansprucht wird.

Der Hafenmeister hatte schon früh eine entsprechende Mitteilung an den Bugkorb geklebt.

Gegen 10:00h kam das Eignerpaar und wollte uns benachrichtigen, dass wir einen anderen Platz suchen müssen. Da wir schon Bescheid wussten, war das auch kein Problem. Sie sagten uns sogar noch, dass an Steg 6 eine freie Box wäre.

Also, Motor an und los, bevor wieder alles voll ist. Wir fanden auch die freie Box und machten an Steg 6 in der Box 608 erneut fest.

O-Ton von Wolf, wie immer kursiv:
Beim Manövrieren kommen wir leider mit dem Schlauchboot an ein anderes Boot und die Bugschlaufe am Schlauchboot reißt ab. Ist aber leicht zu beheben, weil sich darunter die stärkere Schleppschlaufe (VA-Ring) befindet.

Das mit dem Boot stimmte jedoch nicht, es war nur der Heckpfahl einer anderen Box, wo wir uns mit dem Schlauchboot etwas „verheddert“ hatten.

Das war mir dann doch ein Bild wert: Nur ein Bindfaden ist dünner als die Leinen für die Fender beim Nachbarboot:-))

Dann schleppe ich mich zu den Duschen, das Laufen fällt mir sehr schwer, für mich war der Weg sehr weit.
Mein lieber Mann sah mich zurückkommen und meinte, dass seine Mutter mit 100 Jahren noch flotter gelaufen wäre.

O-Ton Wolf:
Konstanze geht Duschen und ist auf dem Rückweg so „lahm“, dass ich ernsthaft überlege, ob wir uns auf den Rückweg machen sollen, bzw. müssen. Wir sprechen darüber und sind uns eigentlich schon klar darüber.
Schade, aber dieses Jahr kommt ein Hindernis zum anderen.
Ansonsten verläuft der Tag ruhig mit sehr bedecktem Himmel, zwischen 16-18° und Wind, noch nicht so stark wie erwartet.

Also machte er sich im Internet schlau, was ich mir denn angetan haben könnte und kam zu dem Schluss: eine Adduktorenzerrung oder leichter gesagt, eine Leistenzerrung, und meinte, ich solle ein paar Tage strikte Ruhe halten, wir bleiben dann für ein paar Tage hier im Hafen.

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